Oliver Mannel successfully Defends PhD at the University of Arts Linz in collaboration with ZHdK

Congratulations to Oliver Mannel for the successful completion of his PhD research «Dunkles zu sagen. Traumsprechen als pädagogische Praxis im Schauspiel»!

Abstract:
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesprochenen Traum und seine praktische Relevanz für die Pädagogik des Sprechens im Schauspiel. Ausgehend von der alltäglichen Beobachtung, dass das Erzählen eines Traums zu sprecherischen Qualitäten führt, die auch für die Bühne und den sprecherischen Umgang mit dem Text bedeutsam sein können, sowie von der Tatsache, dass das Traumerzählen als Theatermoment seit jeher genutzt wurde, wird die Leitaussage formuliert: Traumsprechen ist ein ganz besonderes Sprechen. Nach einem Überblick über den Forschungsstand der sprech- und schauspielpädagogischen Ansätze zur Arbeit mit Träumen wird anhand praktischer Try-Outs und theoretischer Überlegungen (u.a. literarischer und essayistischer Texte von Jean-Luc Nancy, Mattew Fuller und Olga Tokarczuk, sprachphilosophischer Untersuchungen von Donata Schoeller, Eugene Gendlin, George Lakoff und Mark Johnson und phänomenologischer Betrachtungen von Murat Ates, Thomas Fuchs und Claire Petitmengin) die Besonderheit des Traumsprechens genauer definiert als: Rückgriff auf hyperreale Erfahrungen, Bedeutungsverdacht, Überwindung gewohnter Sprechmuster, performative Qualität der Wortfindung und empathische Weltverbundenheit. Weitere Einblicke in die Try-Outs (die durch kurze Videosequenzen und Transkriptionen ergänzend dokumentiert werden) stellen die Entwicklung einer Vielzahl von sprechpädagogischen Arbeitsansätzen zum Traumsprechen dar, kontextualisieren diese innerhalb der Sprechpädagogik (v.a. in Bezug auf Julia Kieslers Begriff des «Performativen Umgangs mit dem Text») und zeigen Verknüpfungen zu aktuellen anthropologischen (u.a. von Nastassja Martin und Matthew Spellberg) und postökologischen Überlegungen (u.a. von Donna Haraway) auf. Mit Bezug zu Donna Haraway, Thomas Fuchs und Donata Schoeller wird der Arbeitsbegriff des Tentakulären Sprechens sowohl methodisch als auch didaktisch entfaltet. Die abschliessenden Überlegungen stellen die Arbeit in Relation zu kulturkritischen Überlegungen (u.a. von Jonathan Crary) und eröffnen (mit Bezug auf Federico Campagnas «Technic and Magic») eine weiterführende didaktische Perspektive auf das Traumsprechen. Der Arbeit sind ein Anhang mit einer Übungssammlung sowie eine DVD mit kurzen Videosequenzen beigefügt. Die Videosequenzen stellen keine eigenständige künstlerische Arbeit dar, sondern dienen der Veranschaulichung der Praxis des Traumsprechens.

Read more: https://doi.org/10.57697/MK3P-AN10